Cortenstahl im Garten

 

Im Gartenbau wird mittlerweile oft und gern Cortenstahl als Baumaterial und Gestaltungsmittel verwendet. Obwohl diese Stahlsorte längst im Alltag angekommen ist, fragen mich viele Kunden und Verarbeiter: „Was ist eigentlich Cortenstahl? Kann ich nicht auch ganz normalen Stahl im Garten verwenden? Wo liegen die Unterschiede“

Mit meinem heutigen Beitrag möchte ich daher versuchen, die wesentlichen Infos zum Thema Cortenstahl (übliche Schreibweisen sind auch Cor-Ten-Stahl oder Kortenstahl) zu vermitteln, und habe dafür einiges zusammengetragen.

 

Handelsbezeichnung und Eigenschaften

Der Begriff „Cortenstahl“ ist zunächst mal die übliche Handelsbezeichnung für einen wetterfesten Baustahl. Der wesentliche Unterschied zu einem „normalen“, einfachen Stahl ist die Art der Rostbildung an der Oberfläche. Cortenstahl bildet durch Sulfate und Phosphate eine Quasi-Schutzschicht an der Materialoberfläche, die das Material vor dem Weiterrosten schützt. Die schützende Rostpatina bildet sich über mehrere Wochen und Monate durch freie Bewitterung. Es handelt sich dabei um einen stetig weiterlaufenden Vorgang, der die Schutzschicht immer wieder erneuert. Das Material ist dadurch äußerst langlebig und bestens für den Einsatz im Garten- und Landschaftsbau geeignet.

Bauteile und Objekte aus Cor-Ten-Stahl werden im Normalfall im Rohzustand, also unberostet, zur Baustelle geliefert und erhalten ihre Rostpatina erst durch die natürlichen Witterungseinflüsse vor Ort. Dabei ist der wiederkehrende Wechsel von feuchter und trockener Witterung für die Ausbildung einer schönen Oberflächenoptik von Bedeutung. Nur frei bewitterte Teile können eine schöne Rostoptik bekommen.

Dabei ist Cortenstahl nicht gleich Cortenstahl. Es gibt zunächst einmal mehrere Sorten. Grundlegend kann man zwischen Corten-A und Corten-B unterscheiden. Für unsere Produkte wird aufgrund der Eignung zum Verschweißen und Formen meistens Corten-B verwendet.

 

 Cortenstahl-Garten-Hochbeet

 

 

Verwendung

Bereits im 19. Jahrhundert wurden erste Brücken mit Cortenstahl gebaut, um Folgekosten für Korrosionsschutz und Anstriche einzusparen. Heute wird diese Stahlsorte darüber hinaus im Behälter- und Anlagenbau, aber auch im Hochbau eingesetzt. Durch seine schöne Rostpatina ist die Verwendung bei der Gestaltung von Fassaden häufig.

Der Einsatz von Cor-Ten im Garten- und Landschaftsbau ist vielfältig. Zahlreiche Metalldesign-Objekte werden inzwischen in dieser Stahlart angeboten. Beispiele sind Rasenkanten, Hochbeete, Sichtschutzwände, Designelemente und Wasserobjekte. Aufgrund der guten Bearbeitungsmöglichkeiten sind der Phantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Der rohe Cortenstahl-B lässt sich beliebig maschinell wie manuell verformen und schweißen. Mit moderner Lasertechnologie können vielfältige Motive nach Kundenwunsch umgesetzt werden. Die Rostoptik des Materials hat viele Liebhaber und passt bestens zu klassischen wie auch zu modernen Gartenanlagen.  

Interessant ist die Verwendung von Korten-Stahl als Schneckenbarriere. Durch den geringen Kupfergehalt von Cor-Ten kommt es zu einer chemischen Reaktion mit dem Schneckenschleim. Es entsteht so angeblich eine für die Schnecken reizende Substanz und die Tierchen sollen sich daher von den eingefassten Beeten oder Stahlbehältern fernhalten. Selbst habe ich das noch nicht getestet –  ich freue mich auf Tatsachenberichte in den Kommentaren.

 

 Kortenstahl-Wasserobjekt

 

 

Grenzen von Cortenstahl

Trotz der vielen positiven Eigenschaften sollte man beim Einsatz von Cor-Ten-Objekten auch einige Besonderheiten bei der Planung von Gartenanlagen oder Bauobjekten beachten.

So kann z.B. das Abfärben der Rostpatina ein Problem darstellen, wenn Cor-Ten- Objekte auf empfindlichen Untergründen stehen. Auch wenn der Berostungsprozess bereits nach einigen Wochen eine vorzeigbare Oberfläche entstehen lässt und nach spätestens einem halben Jahr perfekt scheint, kann er trotzdem noch bis zu 3 Jahre lang geringfügig weitergehen. Das reicht dann unter Umständen aus, um Terrassenplatten oder andere empfindliche Untergründe mit Rostpartikeln zu verschmutzen. Man sollte das bei der Wahl des Standortes von Cortenstahl-Objekten berücksichtigen.

Neben dem oben beschriebenen Wechsel zwischen trockenen und feuchten Witterungsabschnitten und der freien Bewitterung, ist die regelmäßige Abtrocknung der Cor-Ten-Teile für die Haltbarkeit entscheidend. Dauerhafte Feuchtigkeit führt beim Cortenstahl zu ebenso starker Korrosion wie beim normalen Stahl. Einige Hersteller meinen daher, dass Wasserbehälter unbedingt eine Beschichtung haben müssten. Für die die ausreichende Ausbildung einer schützenden Patina reicht aus unserer Erfahrung aber schon die Entleerung von Wasserbecken in der Winterzeit aus, die ja ohnehin durchgeführt werden muss.

 

Tipps für die Arbeit mit Cortenstahl im Garten

Wer sich für Designobjekte aus Cor-Ten-Stahl im Garten entscheidet, hat es mit einem Material zu tun, dass von der Natur beeinflusst wird. Im Gegensatz zu lackierten Oberflächen sieht kein Teil aus wie das andere. Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und Wetterwechsel haben eine entscheidende Bedeutung.

Es gibt aber auch einige wichtige Hinweise für das Handling neuer Corten-Teile. Angelieferte Materialien sollten sofort von Verpackungen und Transportsicherungen befreit werden. Alle Teile sollten vom ersten Tag an vollständig und ohne Luftabschluss bewittert werden. Während der ersten Berostungszeit sollte der direkte Kontakt mit Pflanzen und Blättern vermieden werden, um für eine gleichmäßige Rostpatina zu sorgen. Bei bereits teilweise berostetem Material ist ein vorsichtiger Umgang gefragt, um die erste Patina nicht zu verwischen. Die Teile sollten nicht auf der Sichtseite angefasst werden, um Handabdrücke oder unschöne Kratzer zu vermeiden.

Lesen Sie zum Thema Stahl im Garten auch folgen Artikel im Blog: "Stahl in Gärten und Landschaften - mehr als nur ein Trend" 

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